Friedberg kommt in Germering mit blauem Auge davon

Torhüter Altenweger nahm die Ansprache vor dem wichtigen Auswärtsspiel in Unterpfaffenhofen-Germering offenbar etwas zu wörtlich. Mehr Köpfchen forderte er, und bekam davon gleich reichlich ab. Der Friedberger Schlussmann kassierte in der ersten Halbzeit drei Frontalabschüsse direkt ins Gesicht und verließ das Spiel zwar mit einem blauen Auge, dafür aber nach einem 31:32-Zittersieg mit zwei wichtigen Zählern im Gepäck.

Ein Kopftreffer beim Siebenmeter führte zur Disqualifikation von Donaubauer, da die Schiedsrichter von Absicht ausgingen. Ob der Einspruch der Gastgeber Erfolg haben wird, bleibt abzuwarten. Fest steht: Während die Halle in Germering eher spärlich ausgeleuchtet war, gingen bei Altenweger nach den Treffern zunächst die Lampen an.

Sportlich begann Friedberg äußerst konzentriert. Gestützt auf eine konsequente Offensivleistung zog der TSV in der ersten Halbzeit zeitweise auf plus sieben Tore davon. Vor allem das Tempospiel funktionierte hervorragend, sodass zur Pause eine verdiente 20:14-Führung auf der Anzeigetafel stand.

Nach dem Seitenwechsel, trotz mahnender Worte der Trainer, schaltete Friedberg allerdings merklich in den Verwaltungsmodus. Ohne den gut auflegenden Schiechtl, der zeitgleich bei seinem Breakfastclub glänzen musste, bekam die Defensive zunehmend Probleme. Unglückliche Abwehraktionen häuften sich, und bei Altenweger machte sich zunehmend ein Wackelkontakt bemerkbar, Torhüterparaden nahmen in der zweiten Halbzeit auf Friedberger Seite merklich ab. Germering kam Minute für Minute näher heran.

Trotz guter Defensivarbeit von Neumeier machte sich Friedberg das Leben selbst schwer und ließ den Gegner ohne Not wieder ins Spiel kommen. Die letzten fünf Minuten wurden zur echten Zerreißprobe, nicht nur einige Trikots, sondern auch die Nerven standen unter Dauerspannung. Zwei Minuten vor dem Ende erzielte Newel das umjubelte 29:32, doch haarsträubende Fehler und ein Slapstick-Gegentor brachten Germering 33 Sekunden vor Schluss wieder auf einen Treffer heran.

Der letzte Friedberger Ballbesitz, dazu noch in Unterzahl, entwickelte sich zu einer echten Zitterpartie. Der Ball ging nochmals verloren, und Friedberg musste sich beim Handballgott bedanken, dass Germering an diesem Tag ebenfalls keinen Killerinstinkt zeigte.

Am Ende steht ein glücklicher Auswärtssieg. Frei nach dem Motto: Ein gutes Pferd springt nur so hoch, wie es muss. Nun hat der TSV Friedberg zwei spielfreie Wochenenden, ehe es im Landkreisderby in Aichach um die nächsten wichtigen Punkte geht.

Für den TSV Friedberg spielten:

Altenweger, Nadarevic (2), Thiel (2), Neumeier (1), Maas (7/3), Karl, Newel (2), Stancu, Cada (1), Bauer (6), Rehmeyer (5), Porterfield (6), Häusler